DMZ: Ein Blick nach Nordkorea

Wer an Südkorea denkt, denkt unweigerlich auch an den Norden der geteilten Halbinsel. Nordkorea ist das Land, von dem kaum etwas bekannt ist und dessen Diktator Kim Jong-un die Welt mit seinen Atomtest und Drohungen immer wieder in Angst und Schrecken versetzt.

Nord- und Südkorea befinden sich nach wie vor offiziell im Kriegszustand. Die Südkoreaner haben sich an die ständige Bedrohung irgendwie gewöhnt und einen Tourismuszweig entwickelt – Reisen in die DMZ. Denn ein Ausflug in die demilitarisierte Zone (DMZ), also in jenen Streifen, der sich zwei Kilometer nördlich und südlich der Grenze erstreckt, gehört für Touristen meist zu ihrem Südkorea-Besuch.

DMZ Südkorea

Eine Möglichkeit ist eine gebuchte Tour von Seoul aus. Geworben wird mit dem Slogan „Visit DMZ before it is too late“. Auch Tourguide Katie hofft auf eine baldige Wiedervereinigung.

Mit dem Bus geht es in rund einer Stunde zunächst zum 3. Angriffs-Tunnel.

DMZ South Korea

Dieser Tunnel ist einer von vier, die von den Nordkoreanern gegraben wurden. Pro Stunden hätten 10.000 Soldaten durch ihn nach Südkorea gelangen sollen. Mittlerweile ist er eine große Touristenattraktion und dementsprechend viele Menschen tummeln sich auf dem schmalen Weg hinab. Zunächst geht es 350 Meter auf einem neu errichteten Zugangstunnel bergab, dann noch 265 Meter weiter bis zur 3. Barrikade. Denn der Tunnel wurde durch drei Beton-Barrikaden verschlossen. Weiter zu gehen, ist verboten. Fotografieren ebenfalls.

Der nächste Stopp ist eine Aussichtsplattform inklusive Ferngläsern. Hier ist ein Blick nach Nordkorea möglich. Bei gutem Wetter weiter, wir sehen aufgrund des Nebels nur bis knapp hinter die Grenze. Aber auf einem Modell im Inneren sind die wichtigsten Punkte dargestellt.

DMZ Südkorea

Der nächste Stopp ist der Bahnhof Dorasan. Er wurde in der Hoffnung gebaut, dass hier Züge von und nach Nordkorea ankommen und abfahren werden. Allerdings kommen bisher täglich nur zwei Züge mit Touristen aus Seoul hier an.

Blick nach Nordkorea

In der DMZ befinden sich auch Lagerhallen für Produkte aus Nordkorea. Derzeit sind sie alle leer. Als das Verhältnis von Nord- und Südkorea besser war, wurden hier vor allem Textilien aus dem Norden zwischengelagert.

Die Tour war informativ, einzig die Zeit bei den einzelnen Stationen ist etwas zu kurz bemessen und daher beschließen wir noch ein 2. Mal in die DMZ zu fahren. Dieses Mal bei Goseong ganz im Osten Koreas und ohne Tour, dafür mit unserem Mietauto.

DMZ Goseong

Prinzipiell ist es auch ohne Guide problemlos möglich, das Gebiet zu besuchen. Wichtig ist allerdings, dass man sich zuvor registriert.

DMZ GoseongFür das Formular gibt es glücklicherweise eine englische Ausfüllhilfe…

Anschließend passiert man einen Checkpoint. In der DMZ wurde ein wirklich sehenswertes Museum über den Koreakrieg errichtet und einen Kilometer weiter steht eine riesige Aussichtsplattform.

DMZ Goseong

Auf alle Fälle sollte für den wirklich interessanten Ausflug in die DMZ bei Goseong ein halber Tag eingeplant werden.


Das Gebäude für die Registrierung für die DMZ bei Goseong haben wir nicht auf Anhieb gefunden. Man muss dafür einige Kilometer vor dem Checkpoint vor dem Tunnel die Hauptstraße verlassen. Das Gebäude gleicht eher einer Markthalle als einer offiziellen Stelle.

Die DMZ-Tour von Seoul aus haben wir über getyourguide.at gebucht und waren sehr zufrieden damit.