3 neuseeländische Attraktionen, die wir nicht mehr besuchen würden

Neuseeland ist wunderschön und wir wollen das Land unbedingt nochmals besuchen. Doch so schön es auch ist, ein paar Mal wurden unsere Erwartungen nicht erfüllt.

Ganz nach dem Motto: Wer weiß, wann und ob wir jemals wieder herkommen, bin ich im Urlaub durchaus bereit Eintrittsgeld in einer Höhe auszugeben, wie es mir zu Hause nie in den Sinn kommen würde. Und, weil ich ja nie weiß, wann wir wieder die Chance haben, eine „Attraktion” zu besuchen, bin ich auch bei der Auswahl oft nicht allzu kritisch.

Mit dem Ergebnis, dass wir uns in Neuseeland das ein oder andere Mal geärgert haben. Geärgert, weil es schade war um die Zeit, die wir an dem Ort verbracht haben. Oder, weil wir doch recht  viel Geld bezahlt haben und letztlich der Meinung waren auf einen Touristennepp hereingefallen zu sein.

Dies waren die für uns enttäuschendsten Plätze:

Royal Albatross Center auf der Otago Peninsula (Südinsel)

Herr Weltendecker hat vor unserer Abreise nur einen Wunsch abgegeben: Er möchte einen Albatros in freier Natur sehen. Wir haben unsere Route daher umgeplant, um einen Tag auf der Otago Peninsula verbringen zu können.

Die Straße auf der Halbinsel ist abenteuerlich. Die relativ enge und kurvenreiche Straße führt direkt an der Küste entlang. Leitplanken gibt es keine. Nicht nur einmal sehe ich uns bereits im Wasser liegen.

Beim Royal Albatross Center angekommen wird schnell klar: Zu den riesigen Vögeln mit einer Flügelspannweite bis zu drei Metern kommen wir nur im Zuge einer Führung. Das ist so weit auch verständlich und begrüßenswert, denn so können die Vögel in Ruhe brüten und werden in ihrer natürlichen Umgebung nicht dauernd gestört.

Wir folgen also im strömenden Regen der Führerin zu einem Observatorium. In weiter Ferne sind vier weiße Punkte auszumachen. Albatrosse, die brüten. Es liegen Fernrohre bereit. Aber selbst mit der Vergrößerung ist für mich als Laie nicht klar, sehe ich hier einen Albatros oder sind es doch Möwen.

Innerhalb kürzester Zeit ist die Luftfeuchtigkeit in dem Raum so hoch, dass alle Fenster beschlagen. Aber es ist vorgesorgt: Mit einem elektrischen Kärcher-Fensterreiniger  werden die Scheiben lautstark vom Dunst befreit. Der Erfolg ist nur kurzfristig. Aber egal. Nach einer Viertelstunde schaut kaum noch jemand aus der Gruppe aus dem Fenster. Bis kurz vor Ende die Gruppenführerin schreit: „Albatross flying!”. Schnell schauen alle zum beschlagenen Fenster. Ich erkenne noch für den Bruchteil einer Sekunde einen weißen Punkt, der hinter dem Felsen verschwindet.

War es ein Albatros? Oder doch eine Möwe? Keine Ahnung.

Preis: Das Familienticket für eine einstündige Führung inklusive Film und einer gefühlten Ewigkeit im Observatorium kostete 110 neuseeländische Dollar (ca. 75 Euro).

Das einzige Foto, das ich von den Vögeln gemacht habe (mit maximalem Zoom):

Royal Albatross Center

 

Wai-O-Tapu, das „Thermal Wonderland” (Nordinsel)

Wai-o-Tapu Thermal Wonderland

Wie bereits geschrieben: Die Farben sind einzigartig und faszinierend. Das Drumherum ist es aber leider nicht. Auf dem Gelände tummeln sich Unmengen an Menschen, die sich um die besten Plätze auf den Aussichtsplattformen drängen. Und der Geysir wird künstlich zum Ausbruch gebracht, um noch eine Attraktion mehr anbieten zu können. Das müsste nicht sein.

Preis: Das Familienticket kostete 80 neuseeländische Dollar (ca. 53 Euro).

Besser gefallen hat es uns im nur wenige Kilometer entfernten Waimangu Volcanic Valley. Ein toller Wanderweg und schöne Farben. Eintritt ist zwar ebenfalls zu bezahlen (auch 80 Dollar für das Familienticket). Das war es uns aber wert.

Hobbiton bei Matamata (Nordinsel)

Hobbiton bei Matamata

Alle großen Herr der Ringe- und Hobbit-Fans, für die diese Tour sicherlich ein Erlebnis ist, mögen mir verzeihen. Aber für uns war Hobbiton nichts. Und das, obwohl Herr Weltentdecker von den Filmen eigentlich sehr angetan ist.

Wir haben uns aber auch nicht ausreichend erkundigt. Wir dachten, wir zahlen  den Eintritt und spazieren dann übers Gelände. So funktioniert das aber nicht. Denn die Filmkulisse kann ausschließlich im Rahmen einer geführten Tour besucht werden, die man am besten schon vorab reserviert. Haben wir nicht. Glücklicherweise war aber bereits knapp eine Stunde später ein Platz in einem der Busse, mit denen die Menschenmassen zum Filmset gebracht werden, frei.

Wir fuhren also los. Auch fünf Minuten vor und fünf Minuten nach uns startete eine Tour. Dementsprechend viele Menschen waren unterwegs. Und dann drehte sich eigentlich alles um Fotos. Dauernd wurde erklärt, dass wir uns nun hier anstellen müssen, um ein Foto machen zu können. Die Schlange war meistens lang und so standen wir wieder einige Minuten bis es zum nächsten Foto-Stopp weiterging.

Hobbiton bei Matamata

Sich alleine auf dem Gelände zu bewegen war nicht erlaubt und erwünscht. Am Ende der Tour gibt es extra für Hobbiton gebrautes  „Mittelerde-Bier“ (auch alkoholfreies) im „Dragon Inn”, das sehr gut war.

Am besten ist es sicherlich, die erste Tour des Tages zu buchen. Denn dann ist das Film-Set noch relativ leer.

Preis: Wie bezahlten 150 neuseeländische Dollar (ca. 100 Euro). Kinder bis 8 Jahre sind frei.

14 Einträge zu „3 neuseeländische Attraktionen, die wir nicht mehr besuchen würden

  • Wildlife Watching ist meistens unspektakulärer, als man dachte. Immerhin habt ihr nicht wie wir beim vergeblichen Swimming with Dolphins über 400 Dollar in den Sand gesetzt 😉
    Und was die Touristenmassen angeht: Das wird immer schlimmer :-/ Wai-o-Tapu ist schon immer voller Touristen, da haben wir schon 2002 gestaunt (und fanden es nebenan im Waimangu Volcanic Valley viel entspannter, genau wie ihr). Als wir 2011 in Hobbiton waren (kurz bevor dort die Dreharbeiten zum „Hobbit“ anfingen), waren wir mit unserer Gruppe aus vielleicht 10 Personen allein auf dem Gelände! Und klar konnten wir herumlaufen, wo wir wollten…

    LG
    Jenny

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    • Da waren die Albatrosse wirklich ein Schnäppchen gegen euer Delphin-Schwimmen…
      Bei Hobbiton hatten wir vielleicht einfach auch Pech, dass genau zu dieser Zeit die Busse im Fünf-Minuten-Takt losgefahren sind und daher solche Menschenmassen dort waren…

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  • Wir waren bei allen drei Attraktionen. Nur haben wir vor dem Albatross-Center entschieden, nicht hinein zu gehen und das Geld zu sparen und sind stattdessen zum Sandfly Beach gefahren und haben es nicht bereut. Viele wilde Tiere getroffen und durch euren Beitrag bestätigt worden in dem was wir vermutet hatten.
    Aber ganz ehrlich, Hobbiton war super klasse und jeden Cent wert! Wir sind überhaupt keine Herr der Ringe Fans, haben die Filme erst 2016 nach unsrer Reise mal angesehen. Aber wer so ein Gelände so pflegt und ein solches weltweites Phänomen bedient, macht etwas sehr richtig. Wir fandes es trotz der vielen trampelhften Chinesen super!
    Und Wai-O-Tapu haben wir 2012 besucht, Anfang September es war bestes Wetter und keine 20 Leute auf dem weitläufigen Gelände. Auch hier war jeder Cent die bis heute positive Erinnerung wert!

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    • Ja, Hobbiton ist wirklich top gepfelgt. Die Blumen sind wunderschön und auch alle Details sehr liebevoll. Doch nach der dritten Hobbit-Höhle machte das Anstellen einfach keinen Spaß mehr. Und von der 2-stündigen Tour standen wir gefühlt mindestens die Hälfte der Zeit in einer Schlange. Alleine weiter gehen durften wir nicht. Wir mussten bei unserer Führerin bleiben. Aber, wenn wir vielleicht zu einer anderen Jahreszeit oder gleich in der Früh dort gewesen wären, hätten wir möglicherweise einen anderen Eindruck gehabt.

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  • Dachte ja immer, dass nur die Deutschen so rummaulen können! Nunja, wer sich in Neuseeland nur um die „Hauptattraktionen“ bewegt und bevorzugt mit dem Auto das Land entdeckt, der ist meiner Meinung nach einfach selbst schuld! Hobbiton ist in erster Linie für die Fans der LOTR-Saga und sicher kein großes Highlight für Normalos. Und wer sich vorab nicht informiert, der sollte mit dem Massenandrang einfach umgehen können. Pauschal hier die Keule auszupacken, ist für meine Begriffe der eigenen Unfähigkeit bei der Urlaubsplanung geschuldet.

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    • Neuseeland ist wunderschön und wir wollen auch unbedingt wieder hin. Doch hat es uns eben nicht überall gleich gut gefallen. Ein Blick auf die übrigen Beiträge hätte genügt, um zu sehen, dass wir durchaus mehr gemacht haben und eigentlich nicht rummaulen, sondern eben nur auch in einem einzigen kleinen Beitrag Kritik geübt haben. Und diese drei Attraktionen haben uns enttäuscht. Das war unser persönlicher Eindruck und wir würden sie uns kein zweites Mal mehr anschauen. Aber klar, dass es anderen Menschen dort gefällt. Diese können dafür wahrscheinlich nicht verstehen, warum uns andere Orte so begeistert haben und würden diese in Zukunft meiden.

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      • Dann sollte man das in der Einleitung meiner Meinung nach auch erwähnen. So bleibt der fade Beigeschmack, dass in Neuseeland nur Kasse gemacht wird. Dem ist nicht so und das wisst ihr vermutlich selbst am besten. Viel wichtiger wäre es an dieser Stelle doch Tipps zu geben, wie man diese Massen umgehen kann. Und genauso haben wir es auch getan – die erste Gruppe in Hobbiton hat bspw. kein Problem mit zuvielen Touristen im Bild, auch in der Nebensaison ist deutlich weniger los. Und dass die Preise in Neuseeland nicht mit den hießigen vergleichen werden sollten, versteht sich von selbst. Anyway…auch wir haben kritische Punkte festgestellt, die wir noch in einem Bericht zusammenstellen werden.

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  • Ja, das stimmt wahrscheinlich. Ich habe den Beitrag verfasst in der Annahme, dass die gesamte Seite angeschaut wird und nicht nur dieser eine Beitrag. Denn die Startseite des Blogs weist ja – bis auf diese eine Ausnahme – nur positive und absolut begeisterte Einträge über Neuseeland auf.
    Hobbiton ist sicher ein Spezialfall und ich habe ja auch geschrieben, dass es in der Früh und in der Nebensaison sicher ganz anders ausschaut und wir es dann sicherlich auch anders erlebt hätten.
    Bin gespannt auf euren Bericht.

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  • Ich habe auch schon alle 3 „Attraktionen“ besucht und viel Geld dort gelassen. In Hobbington war ich 2010. Das war nach Herr der Ringe und vor dem Hobbit. Damals waren nur ein Paar Sperrholz-Kulissen zu sehen und überall lag, dass was Schafe so liegen lassen. Wenigstens gab es Gummistiefel. Danach müsste man noch die Vorführung des Schäfers über sich ergehen lassen. Ich glaube jetzt gibt es mehr zu sehen. Bei Wai-O-Tapu hatte ich Glück. Da war wenig los und es war ganz schön anzusehen. Bei den Albatrossen war ich jetzt zweimal. Beim ersten Mal mir Führung. Da hatte ich den gleichen Eindruck. Also nicht lohnenswert. Dieses Jahr war ich zum zweiten Mal dort und habe die Führung nicht gemacht. Anstelle dessen habe ich die Aussichtsplattformen rechts vor dem Royal Albatrosse Centre besucht. Das kostet nix. Auch vor hier konnte man die Tiere sehr gut sehen und manchmal flogen sie direkt über die Köpfe der Touristen hinweg. Das war echt ein Erlebnis.

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    • Danke für den Tipp mit der Aussichtsplattform. Das klingt wirklich gut!
      Schäfervorführung gibt es in Hobbiton keine mehr. Und das gesamte Gelände ist nun mittels Elektrozaun eingefasst (das hat es mir nicht gerade sympathischer gemacht)…

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