Mit dem Fußball golfen

Spielt der Nachwuchs Fußball, verbringt man plötzlich sehr viele Wochenenden auf Fußballplätzen. Nun ist Juli, damit Sommerpause und endlich Zeit, um wieder einmal etwas Neues auszuprobieren. Kleine Dame und Großer Bruder entscheiden sich für Soccer-Golf – eine Mischung aus Fußball und Golf.

Vor wenigen Wochen wurde in Ulrichsberg der Böhmerwaldpark eröffnet. Bisher waren hier ausschließlich Golfer anzutreffen. Der 18-Loch-Platz ist auch weiterhin nur für Golfer, der 9-Loch-Parcour kann jetzt aber auch mit Fußball (Soccer-Golf) oder der Frisbee (Disc-Golf) absolviert werden.

Fußballgolf Böhmerwald

Das Ziel des Spiels ist einfach: Den Fußball mit möglichst wenigen Schüssen ins Loch zu bringen.

Die Distanzen sind enorm, sodass zunächst mit voller Kraft geschossen werden muss.

Fußballgolf Böhmerwald

Ab und zu landet auch ein Ball im Gebüsch. Der Vorteil: Fuß- sind deutlich größer als Golfbälle und werden daher auch leichter wiedergefunden.

Fußballgolf Böhmerwald

Der Parcours ist anstrengender als gedacht. Denn öfters müssen auch lange Distanzen bergauf geschossen werden. Die Runde macht Spaß, aber „echtes Fußball ist schon viel besser“, sind sich Kleine Dame und Großer Bruder am Ende einig.


Fazit: von Zeit zu Zeit in der Gruppe ganz lustig, aber es ist keine Sportart für jedes Wochenende

Info: www.boehmerwaldpark.at

Downhill in St. Corona

Ich gestehe: Eigentlich wollte ich den Shuttelbus hinauf zum Speicherteich nehmen. Zu unsportlich, zu peinlich, schimpfen mich alle anderen. Also gut.

In St. Corona am Wechsel, wo im Winter viele Kinder erste Versuche auf den Skiern wagen, stehen im Sommer die Mountainbiker im Mittelpunkt. Es wurden mehrere Trails – von relativ einfach bis anspruchsvoll – angelegt.

St. Corona Mountainbiken

Zum Aufwärmen beschließen wir zunächst ein paar Runden im Mini-Bikepark zu absolvieren.

Ziemlich bequem geht es hier mit dem Zauberteppich bergauf.

St. Corona Mountainbiken

Und ein paar Sekunden und einige Kurven später ist man auch wieder unten.

Dann radeln wir bergauf. Schweißtreibende 3,5 Kilometer, auf denen eine Höhendifferenz von 300 Metern zu überwinden ist. Der Uphill Flowtrail wurde eigens fürs Bergauffahren angelegt, um entgegenkommende Biker oder Wanderer muss man sich daher keine Gedanken machen.

Zunächst geht es durch den Wald. Das letzte Stück verläuft auf der Forststraße, mehrmals überholt uns hier ein Shuttelbus mit Radlern an Bord und deren Rädern am Anhänger. Das lässt die Motivation etwas sinken.

Endlich kommen wir beim Speicherteich an.

St. Corona Mountainbiken

Gleich daneben gibt es einen Spielplatz. Doch niemand will lange bleiben, schließlich geht es ab sofort bergab.

St. Corona Mountainbiken

Der Weg ist gut 2,5 Meter breit. Wurzeln, Steine und sonstige Unebenheiten wurden entfernt.

Die Abfahrt ist einfach genial. In Kurven geht es durch den Wald.

St. Corona Mountainbiken

St. Corona Mountainbiken

St. Corona Mountainbiken

Unterwegs gibt es immer wieder Möglichkeiten, zusammen zu warten und Schnellere vorbei zu lassen.

Viel zu schnell sind wir wieder zurück und ich muss einsehen: Die Entscheidung selbst bergauf zu radeln, war wohl richtig. Denn die Kombination zuerst die Anstrengung, dann das Adrenalin ist kaum zu übertreffen.


Fazit: jederzeit wieder

Infos: www.wexltrails.at

 

Der Zauber der Kirschen

Andrea Strohmayer ist Österreichs einzige Vollerwebs-Kirschbäuerin. Da sie auch Kirsch-Führungen für Kinder anbietet und Anfang Juni die Früchte hoffentlich reif sind, machen wir uns auf den Weg ins Burgenland.

Die Gemeinde Breitenbrunn am Neusiedlersee setzt ganz auf die roten Früchte. So führt der Kirschblüten-Radweg durch den Ort. Und damit die Radfahrer nicht mehr die privaten Bäume leer pflücken, wurden entlang des Weges Kirschbäume gesetzt, von denen jeder naschen darf.

Kirschenzauber Breitenbrunn

Wir haben Glück. Die Früchte sind schon reif – und das ganze drei Wochen früher als in den vergangenen Jahren.
Kirschenzauber Breitenbrunn

Wir treffen Andrea Stohmayer in der Kellergasse und spazieren los.
Kirschenzauber Breitenbrunn

Station eins: Kirschkern-Weitspucken. Zunächst bekommen wir die richtige Technik erklärt: Zunge einrollen und als Art Blasrohr verwenden. Der derzeitige Weltrekord liegt bei 21,71 Metern, aufgestellt im Jahr 2003. Wie sich schnell heraus stellt, werden wir aber noch lange üben müssen, um auch nur annähernd so weit spucken zu können.
Kirschenzauber Breitenbrunn

Nachdem der Kirschvorrat aufgebraucht ist, gehen wir weiter zum Radweg. Es gab einmal rund 40.000 Kirschbäume in der Region. Nun sind es nur mehr 8.000. Denn früher standen die meisten Bäume in den Weinfeldern zwischen den Reben. Doch für die maschinelle Bearbeitung der Weingärten wurde Platz benötigt. Die Bäume mussten weichen.

Wir pflücken ein paar Früchte.
Kirschenzauber Breitenbrunn
Kirschenzauber Breitenbrunn

Was uns vorher eigentlich nicht bewusst war: Es gibt viele verschiedene Sorten, die tatsächlich unterschiedlich schmecken, wie wir bei der anschließenden Verkostung der von Andrea und ihrer Mutter Rosi produzierten Fruchtaufstrichen feststellen.
Kirschenzauber Breitenbrunn

Nach zwei Stunden Wissenswertes rund um das Obst und Kirsch-Kulinarik kehren wir noch beim Heurigen in der Kellergasse ein.

Kirschenzauber Breitenbrunn

Und machen einen Stopp am Spielplatz mit Kirschbaum.

Kirschenzauber Breitenbrunn


Infos zum „Kirschzauber für Kinder”, sowie Führungen für Erwachsene unter www.genussquelle.at

Da der Kirschblüten-Radweg direkt durch den Ort führt, lässt sich eine Kirsch-Führung gut mit einer Rad-Runde kombinieren.

Thaya-Radweg: Da fuhr die Eisenbahn drüber

Dort, wo früher die Eisenbahn fuhr, verläuft jetzt ein Radweg. 2017 wurde der Thayarund-Radweg eröffnet. Insgesamt ist die Runde 111 Kilometer lang, ein Teil der Strecke verläuft auf der ehemaligen Trasse der Thayatalbahn. Den Abschnitt  von Dobersberg nach Slavonice sind wir vergangenes Jahr geradelt. Da uns der Weg gut gefallen hat, wollen wir nun auch die Strecke von Göpfritz an der Wild nach Raabs in Angriff nehmen.

Hinter dem Göpfritzer Bahnhof, am Sägewerk vorbei, befindet sich ein kleiner Parkplatz.

Thayatal-Radweg Göpfritz-Raabs

Hier parken wir das Auto und radeln los.   Thayatal Radweg Göpfritz-Raabs

21 Kilometer geht es nun auf dem ehemaligen Bahndamm entlang.

Manchmal führt der 2,5 Meter breite Weg durch kleine Wälder.

Thayatal-Radweg Göpfritz-Raabs

Meist geht es aber an Feldern vorbei. Ein paar Mal müssen kleinere, zwei Mal auch größere Straßen gequert werden.

Thayatal-Radweg Göpfritz-Raabs

In manchen der alten Stationen sind nun Picknicktische aufgestellt – perfekt für eine Pause.

Thayatal Radweg Göpfritz-Raabs

Wir erreichen Raabs schneller als erwartet, da der Weg meist leicht bergab geht. Da Kleine Dame von der Vorstellung den Weg wieder zurück zu radeln, wenig begeistert ist, fährt Herr Weltentdecker alleine zurück, um das Auto zu holen. Wir gönnen uns in der Zwischenzeit ein Eis am Hauptplatz von Raabs.


Die Tour ist gut geeignet für Kinder. Uns hat jedoch der Teil von Dobersberg nach Slavonice besser gefallen.

Infos zum Radweg: www.thayarunde.eu

Toulouse: Mehr als Flugzeuge

Antoine de Saint-Exupéry war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Pilot. Und zwischen seiner Postflüge übernachtete er in den 1920ern im Hotel Le Grand Balcon in Toulouse. Saint-Exupéry ist aber eigentlich gar nicht der Grund, warum wir nach Toulouse reisen – auch, wenn er irgendwie dazu passt. Vielmehr hat die 4. größte Stadt Frankreichs den Ruf, Europas Luftfahrtmetropole zu sein. Schließlich liegt etwas außerhalb, gleich in der Nähe des Flughafens Blagnac, das riesige Airbus-Werk. Hier werden unter anderem der A380 und A350 zusammengesetzt, um anschließend ihre ersten Testflüge zu absolvieren. Da Großer Bruder ein überdurchschnittliches Interesse an Flugzeugen hat und Pilot nach wie vor sein größter Berufswunsch ist, lag es nahe, die Stadt einmal zu besuchen.

Das Airbus-Werk kann nur mit Führung besucht werden. Am besten ist es, diese schon im Voraus zu buchen. Wir entscheiden uns für die A380-Tour.

Visit Airbus, Toulouse, France

Das Fotografieren während der 1,5-stündigen Tour ist verboten. Wir fahren mit dem Bus auf das Gelände und mit dem Lift auf eine Aussichtsgalerie, in der wir in die A380-Endmontagehalle sehen können.

Gleich nebenan liegt das Aeroscopia, ein Luftfahrtmuseum. Hier sind etliche Flugzeuge in allen Größen, von Modell bis Original ausgestellt. Höhepunkt für Großen Bruder ist aber eindeutig der Simulator, an dem eigene Flugzeuge kreiert und bemalt werden können.

Visit Airbus, Toulouse, France

Wer die Stadt an der Garonne nur auf Flugzeuge reduziert, tut ihr unrecht. Denn auch die Stadt ist absolut besuchenswert. In der Innenstadt reihen sich rote Backsteinhäuser aneinander.

Toulouse, France

Die Straßen sind voller Leben. Toulouse ist eine Universitätsstadt und das merkt man. Die Fußgängerzonen sind voll, es gibt Unmengen an Restaurants und Cafés und es macht Spaß vor den Schaufenstern der kleinen, liebevoll gestalteten Geschäfte stehen zu bleiben.

Toulouse, France

Toulouse, France

Toulouse, France

Toulouse, France

Normalerweise gehe ich gar nicht gerne einkaufen. Aber hier könnte ich mir vorstellen, einige Stunden damit zu verbringen, von Geschäft zu Geschäft zu schlendern.

Mittelpunkt der Innenstadt ist der Place du Capitole, der Rathausplatz.

Le Capitole, Toulouse, France

Gegenüber des Platzes im Arkadengang befinden sich Kaffeehäuser, wie das Café Florida.

Toulouse, France

Auch die Cité de l’Espace, die Weltraumstadt, die außerhalb des Zentrums liegt, aber mit (fahrerloser) U-Bahn und Bus gut zu erreichen ist, steht auf unserem Programm. Schon von Weitem sehen wir den 55 Meter hohen Nachbau der Ariane 5. Das Gelände ist riesig. Das Angebot, wie Vorführungen im Planetarium oder IMAX-Kino, ist groß.

Cité de l'Espace, Toulouse, France

Cité de lespace, Toulouse, France

Zunächst schauen wir uns das interaktive Museum an, danach die Mir-Raumstation. Später gehen wir noch ins Planetarium. Das Angebot in der Weltraumstadt ist groß und auch dieser Nachmittag vergeht zu schnell.


Anreise: Wir sind mit der Austrian über Frankfurt bzw. München geflogen.

Airbus: Unbedingt vorab online Tickets für die Führung buchen.

Land der Burgen und Schlösser

Es ist unser Tag der Burgen. Das erste Ziel in Lettland ist die Festung Turaida, eine beliebte Touristenattraktion. Der Vorteil am Reisen in der Nebensaison wird uns bei unserer Ankunft sofort klar: Außer uns sind keine zehn weiteren Besucher auf der im Sommer sicherlich sehr gut besuchten Burganlage unterwegs.

Die Burg wurde 1214 errichtet, später aber durch ein Feuer zerstört und nun teilweise wieder rekonstruiert. Wir steigen auf den 30 Meter hohen Turm…

Burg Turaida, Sigulda

…und bekommen einen Eindruck von der Schönheit des Gauja-Tals.

Burg Turaida, Sigulda, Lettland

Anschließend besuchen wir noch das Museum gleich neben dem Turm mit archäologischen Fundstücken eingerichtet.

Der nächste Stopp ist das 18.000-Einwohner zählende Cesis, wo wir auch übernachten werden. Und auch hier steht eine Burg (siehe Titelbild). Sie wurde ab 1209 errichtet. Ein Teil der Festung ist bereits restauriert und zugänglich, ein anderer Teil ist abgesperrt.

Am nächsten Tag wollen wir im Gauja-Nationalpark wandern gehen. Die Wanderung fällt aber sehr kurz aus. Denn mit der Nacht kam der Schneefall und bereits in der Früh ist das Gauja-Tal von einer zentimeterhohen Schneeschicht bedeckt.

Cirulisi Nature Trail Cesis, Lettland

Und der Schneefall hört auch die nächsten Stunden nicht auf.  Die Wege sind rutschig und auf der Gauja treiben Eisbrocken.

Cirulisi Nature Trail Cesis, Lettland

Ein paar Tage später besuchen wir auf dem Weg von Litauen nach Riga noch Schloss Rundale, ein prächtiges Barockschloss.

Schloss Rundale, Lettland

Es gibt einen Goldenen Saal, einen Blauen und einen Weißen. Ein Rosenzimmer und eine Porzellansammlung.

Schloss Rundale, Latvia

Schloss Rundale, Lettland

Die Parkanlage sparen wir uns allerdings. Zu nass, zu kalt und noch blüht ohnehin nichts.

Stürmisches Litauen

Es ist einer jener Orte, den ich immer schon einmal besuchen wollte: die Kurische Nehrung. Dieser riesige Naturdamm aus Sand ist rund 100 Kilometer lang und an manchen Stellen nur wenige hundert Meter breit. Damit die Düne nicht wandert, wurde sie teilweise bepflanzt.

Wer die Nehrung von Litauen aus erreichen will, muss eine Fähre nehmen. Wir starten von Klapeida und in nur wenigen Minuten bringt uns die Auto-Fähre vom Festland auf die Halbinsel. Dort angekommen lässt sich die Faszination der Landschaft erahnen: riesige, teilweise bewaldete Sanddünen, zu beiden Seiten Meer und immer wieder Sandstrände, an denen Sommertage sicherlich sehr angenehm verbracht werden können.

Kurische Nehrung, Litauen

Doch es scheint keine Sonne. Es schüttet und ein kalter Wind bläst. Wir steigen aus, um einen der Wege ans Meer zu nehmen. Innerhalb kürzester Zeit sind wir durchnässt. Also fahren wir weiter die kurvige Straße entlang bis nach Nida. Nida ist der letzte Ort des litauischen Teils der Nehrung. Gleich hinter dem Ortsende befindet sich die Grenze zu Russland.

Nida, Kurische Nehrung, Litauen

In Nida stehen noch viele der traditionellen, bunten Fischerhäuser. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Ort bei Künstlern beliebt. So kam etwa Schriftsteller Thomas Mann immer wieder her. Wir bleiben allerdings nur kurz.

Am nächsten Tag fahren wir von Klapeida wieder nach Lettland. Während ich die Kurische Nehrung unbedingt sehen wollte, zögerte ich, ob sich der Berg der Kreuze nordöstlich der Stadt Siauliai als Ausflugsziel für Kinder eignet.

Als wir hinkommen stürmt es nach wie vor, aber immerhin fällt hier Schnee und kein Regen. Schon von der Ferne sehen wir den Hügel mit den Kreuzen.

Berg der Kreuze, Litauen

Sie stehen dicht beieinander und auf den großen Kreuzen hängen unzählige kleine. 120.000 Stück waren es laut einer Urkunde, die in der Information neben dem Parkplatz aushängt, bereits im Jahr 2012. Und laufend kommen neue dazu. Auch heute. Denn es sind zwar nicht viele Leute hier, aber dennoch stellen einige von ihnen neue Kreuze dazu.

Berg der Kreuze, Litauen

Es ist ein unheimlicher und gleichzeitig faszinierender Ort. Wer das erste Kreuz hierher brachte, ist nicht bekannt. Aber bereits nach den erfolglosen Aufständen gegen Russland im Jahr 1831 wurden an dieser Stelle Kreuze für Gefallene aufgestellt.

Berg der Kreuze, Litauen

Zwischen den Kreuzen hindurch führen Stufen auf den Hügel. Diesen hinauf zu gehen ist beeindruckend. Meine Sorge, der Berg könnte nichts für Kinder sein, war völlig unbegründet: Kleine Dame und Großer Bruder sind begeistert und für sie ist der Berg der Kreuze ab sofort einer der Lieblingsorte dieser Reise.


Info: Wer den russischen Teil der Nehrung besuchen will, muss sich schon vor der Abreise ein Visum besorgen.