Unterwegs ins Baltikum

Wir sind also auf dem Weg ins Baltikum. Und das, obwohl eigentlich niemand von uns hin wollte und es bei unserer Reiseziel-Auslosung gar nicht zur Wahl stand.

Dass wir nun trotzdem mit der Fähre durchs Eis von Helsinki und Tallinn shippern, kam so: Das Los fiel auf Südkorea. Und damit begann das Dilemma. Ich buche Fernflüge eigentlich immer früh. Schließlich sind sie da noch deutlich billiger. So auch die Flüge nach Seoul.

Ein paar Wochen nach der Buchung begann sich der Korea-Konflikt allerdings zuzuspitzen. Täglich neue wüste Drohungen zwischen den USA und Nordkorea. Damit schwand aber unsere Vorfreude in dieser Region zu urlauben. Zu Weihnachten dann die Entscheidung: Ein anderes Reiseziel muss her.

Nun gut. Die Flüge waren bereits gebucht. Was also tun? Zwischenstopp auf der Reise nach Asien war Helsinki. Daher sind wir hier einfach ausgestiegen, um die Fähre zu nehmen. In Tallinn werden wir uns ein Auto mieten und uns auf einen Roadtrip durchs Baltikum machen.

Noch sind wir nicht sicher, ob die Entscheidung eine gute war. In Südkorea hat sich die Lage zwischenzeitlich entspannt, es ist Frühling und die Kirschbäume blühen.

Doch die Reise beginnt eigentlich gut. Es gibt Kinderprogramm, niemand ist seekrank und kleine Dame ist begeistert: Das zugefrorene Meer, durch das sich das Schiff seinen Weg bahnt, schaue ein klein wenig aus wie die Fotos ihres Traumziels Antarktis.

Helsinki: entspannte Stadt im Norden

Ich gestehe: Ich mag Helsinki. Helsinki ist zwar klein und hat auf den ersten Blick nicht viel zu bieten. Und auch auf den zweiten eigentlich nicht. Dennoch ist es eine nette Stadt – und eine entspannte.

Hier überfällt mich nicht der Drang, vielleicht doch noch die ein oder andere Sehenswürdigkeit zu besuchen. Denn es gibt einfach kaum welche. Der Dom und der Hafen fallen zwar darunter. Bei einem gemütlichen Bummel durch die Altstadt führt aber ohnehin kein Weg daran vorbei.

In der größten Stadt Finnlands leben gerade einmal 630.000 Menschen. Riesige Menschenmassen sind also selten. Nur am Hafen wird es im Sommer durchaus dicht. Hier sammeln sich die Touristen, um sich den angebotenen Lachs unfreiwillig mit den gierigen, im Sturzflug herbeieilenden Möwen zu teilen. Oder, um eine Fähre zu nehmen. Zum Beispiel nach Suomenlinna.

Helsinki

Suomenlinna entstand im 18. Jahrhundert. Eine riesige Festungsanlage, die sich über mehrere Inseln erstreckt. Hier kann man locker einen ganzen, entspannten Tag verbringen. Es gibt Museen, Restaurants, viel Platz zum Picknicken in der Wiese. Auch ein altes finnisches U-Boot kann besichtigt werden. Besonders großer Bruder war davon fasziniert.

Helsinki

Es gibt Städte, die fast jeder unbedingt einmal besuchen will: New York zum Beispiel oder Paris. Dann gibt es Städte, die jeder irgendwann einmal gerne besuchen würde. Und dann noch jene wie Helsinki. Extra einen Flug für eine Städtereise nach Helsinki buchen würde wohl kaum jemand.

Ich war bereits ein paar Mal in Helsinki. Sowohl im Sommer, als auch im Winter. Ich bevorzuge eindeutig den Sommer. Im Winter ist es wirklich kalt und dunkel. Doch im Sommer wird es erst spät in der Nacht dunkel und die Temperaturen sind angenehm. Ein Spaziergang ist hier – im Gegensatz zu südlicheren Ländern – ohne große Schweißausbrüche möglich. Es gibt nette Kaffeehäuser. Die Menschen sind kinderfreundlich – und entspannt.

Eines ist klar: Auf unsere nächsten Finnlandreise werden wir sicher wieder ein paar gemütliche Tage dort verbringen.